Grafcet 10

Möchte man innerhalb einer Transition eine Zeit starten lassen, wenn ein Sensor eine fallende Flanke liefert, so ist man geneigt, folgende Transition zu wählen:

fehlerhafte Transition im Grafcet

fehlerhafte Transition im Grafcet

 

Ist diese Darstellung normgerecht?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lösung:

Nein, diese Darstellung ist (leider) nicht normgerecht, obwohl nahezu jeder Leser intuitiv (richtig) verstehen würde, was der Ersteller des Grafcet meinte.

Die Zeitnotation in Grafcet ist jedoch mit (t1/Variable/t2) so festgelegt, dass

  • die linke Zeit (t1) mit steigender Flanke von „Variable“ abzulaufen beginnt (Voraussetzung für einen kompletten Ablauf ist, dass „Variable“ ständig erfüllt bleibt-auch dies widerspricht der Darstellung im obigen Grafcet)
  • die rechte Zeit „t2“ mit fallender Flanke von „Variable“ startet und somit „nachläuft“

Eine mögliche Lösung kann so aussehen:

fallende Flanke als Einschaltverzögerung

fallende Flanke als Einschaltverzögerung

 

Von X3 ausgehend leitet die fallende Flanke von B1 über in den Schritt X3.1

Mit Aktivierung von X3.1 starten die 5s. Da X3.1 während dessen immer eine logische 1 besitzt, laufen die 5s auch vollständig ab.

Schritt X4 wird also 5s nachdem B1 eine fallende Flanke lieferte, erreicht.

Der Schritt X3.1 dient hier als klassischer „Leerschritt“. Ihm wird keine Aktion zugeordnet, im Produktionsablauf existiert dieser Schritt auch nicht.

Deshalb wurde im Beispiel auch die Schrittnummer mit 3.1 gewählt. Somit soll der Leser schnell erkennen, dass es sich nicht um einen „wirklichen“ Schritt handelt. Die Anlage nimmt diesen Schritt also nicht auf Grund Ihrer Abläufe ein.

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Christian Duhr

Grafcet Schulungen, didkatisch klug aufbereitet. Mitglied der PAL Stuttgart, Fachausschuss (EAT) Mitglied der IHK Mittelfranken, Prüfungsausschuss (EAT) Autor im Europa-Lehrmittel Verlag (Arbeitsheft GRAFCET) Autor im ep-Elektropraktiker, Fachzeitschrift für Elektrofachkräfte in Handwerk, Industrie und Planungsbüros

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