Eine Sprungstruktur im GRAFCET ist eine spezielle Ablaufstruktur, die es ermöglicht, innerhalb eines Ablaufplans bestimmte Schritte oder ganze Ketten von Schritten zu überspringen oder zu einem vorherigen Schritt zurückzuspringen.
Die Norm unterscheidet dabei zwei typische Fälle:
1. Überspringen von Schritten:
• Dies ist ein besonderer Fall einer Ablaufauswahl, bei der eine ganze Kette oder einzelne Schritte übersprungen werden können, wenn z. B. die mit diesen Schritten verknüpften Aktionen nicht ausgeführt werden sollen.
• Die Entscheidung, ob übersprungen wird, erfolgt über die Transitionsbedingungen.
2. Rückführsprung:
• Dies ist ein besonderer Fall einer Ablaufauswahl, bei dem eine Kette wiederholt durchlaufen wird, bis eine bestimmte Bedingung erfüllt ist.
• Der Ablauf "springt" dabei zurück zu einem vorherigen Schritt, um einen Zyklus zu bilden.
• Beispiel: Eine Schleife, die so lange wiederholt wird, bis ein Zähler einen bestimmten Wert erreicht hat.
Überspringen des Schrittes 2.
Grafische Dartellung:

Typische Fehler:
Da ein Überspringen von Schritten durch eine Alternativverzweigung realisiert wird, werden hier die identischen Fehler begangen:
a) Es wird eine gemeinsame Transition am Anfang der Alternativverzweigung gezeichnet.
b) Es wird eine gemeinsame Transition am Ende der Alternativverzweigung gezeichnet.
c) Es wird nicht ausgeschlossen, dass mehrere alternative Ablaufketten gleichzeitg durchlaufen werden.
Rücksprung zu Schritt 0.
Grafische Dartellung:

Anmerkung: Die Pfeile am Ende der beiden Wirkverbindungen werden von der Software GRAFCET-Studio eingefügt, sie sind nicht normkonform. Da diese Software jedoch weit verbreitet ist, findet man diese Darstellungsart in der Praxis häufig.
Typische Fehler:
Es wäre falsch, als Sprung-Zieladresse die Schrittvariable (X0) des Ziels (Schritt 0) anzugeben. Es muss die reine Bezeichnung des Schrittes (ohne Variable) angegeben werden.
Bildquelle: GRAFCET Arbeitsheft, Seite 49