1. Analyse des zu steuernden Prozesses
• Erfassen Sie die Ablauflogik des Systems: Welche Zustände (Schritte) gibt es? Welche Übergänge (Transitionen) sind möglich? Welche Bedingungen (Eingänge, Ereignisse) lösen die Übergänge aus?
• Definieren Sie die relevanten Eingangs-, Ausgangs- und internen Variablen.
2. Festlegen der Schritte (Zustände)
• Jeder Schritt repräsentiert einen Zustand oder eine Aktion im Ablauf.
• Bestimmen Sie den/die Anfangsschritt(e), die zu Beginn aktiv sind (Initialschritt, besonders gekennzeichnet).
3. Festlegen der Transitionen (Übergänge)
• Transitionen verbinden die Schritte und werden durch eine kurze, dicke Querlinie dargestellt.
• Jede Transition erhält eine Transitionsbedingung (boolescher Ausdruck), die angibt, wann der Übergang erfolgen darf.
• Die Transitionsbedingung wird rechts neben der Querlinie notiert.
4. Zeichnen der Wirkungslinien
• Wirkungslinien verbinden Schritte mit Transitionen und Transitionen mit Schritten.
• Die Ablaufrichtung ist in der Regel von oben nach unten.
5. Modellieren von Verzweigungen und Parallelitäten
• Alternativverzweigung: Mehrere Transitionen gehen von einem Schritt ab, jede mit eigener Bedingung.
• Parallelverzweigung: Synchronisierungssymbol (zwei parallele Linien) zeigt, dass mehrere Ablaufketten gleichzeitig aktiviert werden.
• Sprungstrukturen: Wirkungslinien, die Schritte überspringen oder Rückführungen (Schleifen) ermöglichen.
6. Zuordnen von Aktionen zu Schritten
• Aktionen beschreiben, was beim Aktivieren eines Schritts passieren soll (z. B. Ausgang setzen, Variable ändern).
• Aktionen werden als Rechtecke unterhalb oder neben dem Schrittsymbol angeordnet.
• Die GRAFCET Norm unterscheidet kontinuierlich wirkende Aktionen (beschreiben eine Variable kontiunierlich) von gespeichert wirkende Aktionen (Variable wird bei Aktivierung/ Deaktivierung/ Ereignis beschrieben).
7. Strukturierung und Modularisierung
• Bei komplexen Abläufen empfiehlt die Norm die Gliederung in Teil-GRAFCETs, Makroschritte oder Einschließungen.
• Teil-GRAFCETs werden in Rahmen mit eigener Bezeichnung G* dargestellt, wobei das Symbol * durch eine eindeutige Bezeichnung zu ersetzen ist.
8. Überprüfung und Validierung
• Prüfen Sie, ob alle Abläufe, Bedingungen und Aktionen korrekt abgebildet sind.
• Achten Sie auf die Einhaltung der Bildungsregel: Wechsel von Schritt → Transition → Schritt.
• Überprüfen Sie, ob die Anfangssituation eindeutig definiert ist.